PETE DEVRIES: IN DAS INVESTIEREN, WAS WIRKLICH ZÄHLT

Text: Emily Martin

Fotos: Jeremy Koreski

« Geh raus. Lass dein Telefon zu Hause. Geh Spazieren. Geh Laufen. Mach einfach etwas, was du liebst. Lass aber auf jeden Fall dein Telefon zu Hause. Es ist viel schöner, wenn du es nicht dabei hast. »

Pete ist am ausgeglichensten, wenn er in der Natur ist. Vor allem an weiten, offenen Orten. Hier findet er Outer Peace – natürlich Ruhe.

Surfen schenkt ihm diese Balance. Ein paar Wellen reiten, die Sorgen wegspülen und sich einfach gut fühlen. Unsicherheiten, Angst oder Probleme werden verbannt, während er sich vollkommen darauf konzentriert, die Welle zu erwischen. Surfen ist seine persönliche Befreiung. Er glaubt, dass es für uns alle wichtig ist, offen dafür zu sein.

Pete befürchtet, dass wir als Gesellschaft unseren Sinn für Abenteuer verloren haben. Im Zeitalter von Google und Informationsüberflutung sind wir davon besessen, sofortige Antworten und Ergebnisse zu bekommen. Wir scheuen uns davor, Zeit in den Lernprozess zu investieren und wollen einfach nur das Wissen und die Fähigkeiten ohne die Verpflichtung oder den Einsatz.

Aber so funktioniert das Leben nicht und so sollte es auch nicht funktionieren. Warum sollten wir die Belohnungen ernten, wenn wir nichts investieren? Energie in einen neuen Sport, ein Hobby, eine Aktivität oder eine Beziehung zu stecken, ist Teil der Freude. Und es erzeugt eine Verbindung, die ein unerlässlicher Teil des Lebens ist.

Pete glaubt, dass wir diese Verbindungen in einer Zeit scheuen, in der die Überpopulation der Menschheit das größte Problem ist, dem wir gegenüberstehen. Wenn wir die einzige Spezies sind, die die Fähigkeit hat, diese Probleme zu lösen, müssen wir uns zusammenschließen. Zusammenkommen, um für die Wildnis und Naturräume einzustehen.

Pete verbringt sein Leben leidenschaftlich gerne draußen. Nicht vor einem Computer oder Gerät. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er in einem abgelegenen Stück Paradies aufgewachsen ist. Tofino, versteckt an der äußeren Spitze von Vancouver Island in British Columbia, Kanada. Ein Ort, der sich unbeirrt an seine historischen Wurzeln klammert und der seine Ruhe bewahrt. Hier hat er sein Herz verloren, hier ist für ihn der schönste Ort der Welt.

Draußensein und Zeit zu haben, durchzuatmen und um seine Umgebung zu betrachten, entspannt Pete und schärft seinen Blick. Er fühlt sich dadurch verjüngt. Gesund. Positiv. Für ihn ist die Möglichkeit, nach draußen zu gehen, sehr wichtig für unsere mentale Gesundheit.

Pete liebt auch den Regen. Seine reinigende Kraft und die Aufregung, die er mit sich bringt. Er findet Gegenden und Orte, die jeden Tag gleich sind, langweilig. « Interessant wird es, wenn es anfängt zu regnen und es hier draußen richtig wild ist. »

Diese Liebe zu den Elementen macht Sinn für jemanden, der seinen Lebensunterhalt im Wasser verdient. Je stürmischer das Wettersystem, das heranrollt, desto größer sind die Surfmöglichkeiten für Pete und desto höher ist das Potenzial, Freude zu erleben. Er hat seine Liebe zum Surfen zur Karriere gemacht. Er ermutigt uns alle, das zu tun, was wir lieben und zu lieben, was wir tun.

Für Pete ist das perfekte Glück, mit seiner Familie zusammen zu sein. Diese Einheit ist es, was ihn jeden Tag mit Freude aufstehen lässt. Zu Beginn der COVID-19-Pandemie wurde ihm und seiner Frau klar, wie sehr sie es lieben, Zeit miteinander zu verbringen. Als Familie mit ihrem Sohn und ihrem Hund. Sie fanden eine neue Wertschätzung dafür, in ihrer ganz persönlichen kleinen Welt zu sein. Das wiederum führte zu einem bewussten Schritt, sich mehr Zeit füreinander zu nehmen. Die Laptops und den ganzen « Kram, den wir nicht wirklich brauchen », auszuschalten.

Beherzigen wir also seine Lektion und nehmen wir uns Zeit, dem Chaos zu entkommen. Von dem ständigen Strom einer gefilterten Realität. Seien wir einfach dankbar für unsere Mikrokosmen. Für die Erinnerung daran, dass wir von Menschen umgeben sind, die uns lieben und die wir im Gegenzug lieben. Dass wir Zugang zur Natur haben, die uns willkommen heißt. Ist das nicht alles, was wir wirklich brauchen?

Sobald wir das erkannt haben, entdecken wir auch unseren Outer Peace – natürlich Ruhe.